# Antisemitische Hassvorfälle im Internet nehmen deutlich weiter zu Datum: 17.06.2026 00:19 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/antisemitische-hassvorfaelle-im-internet-nehmen-deutlich-weiter-zu-723209/ --- Antisemitismus verlagert sich zunehmend ins Internet. Nach Angaben des Bundesverbands der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus (RIAS) wird damit die Teilhabe von Jüdinnen und Juden an Online-Plattformen eingeschränkt. Zugleich kritisiert der Verband mangelnde Durchsetzung bestehender Regulierungen und unzureichenden Schutz Betroffener. ## RIAS warnt vor eingeschränkter Teilhabe im Netz Antisemitismus breitet sich zunehmend im Internet aus. Das berichtet die „Rheinische Post“ unter Berufung auf den Bundesverband der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus (RIAS). Der Geschäftsführer des Bundesverbands, Benjamin Steinitz, sagte der Zeitung: „Durch diese Anfeindungen und Bedrohungen werden Jüdinnen und Juden in ihrer Teilhabe auf Online-Plattformen eingeschränkt.“ Er kritisierte, bestehende Regulierungen würden zuweilen nicht durchgesetzt oder reichten nicht aus. Die Content-Moderation verlaufe oft mangelhaft, der Schutz von Betroffenen werde nicht adäquat durchgesetzt. ### Forderungen an Bundesregierung und Plattformen Steinitz forderte von der Bundesregierung, sich auf EU-Ebene für eine konsequente Durchsetzung bestehender Regulierungen wie dem Digital Services Act einzusetzen. „Wir brauchen ein koordiniertes Vorgehen von Politik und Plattformen, um digitale Räume sicherer zu gestalten“, sagte er der „Rheinischen Post“. Ferner mahnte er, zivilgesellschaftliche Expertisen, um Antisemitismus im Netz zu erkennen und an die Plattformen zu melden, müssten gesondert finanziert werden. ### Zunehmende Vorfälle und verschlüsselte Botschaften Laut RIAS-Bundesverband wurden im vergangenen Jahr mehr als ein Viertel aller antisemitischen Vorfälle online registriert. 2025 waren es demnach 27 Prozent, ein Jahr zuvor noch 23 Prozent. Dabei fallen die Hemmungen im Internet offenbar eher: 43 Prozent aller Bedrohungen wurden 2025 online dokumentiert. Die Angreifer benutzen den Angaben nach verschlüsselte Botschaften – etwa Emojis oder bestimmte Symbole, die in einschlägigen Online-Communities als antisemitische Codes verstanden werden. Erfasst werden laut RIAS nur Vorfälle, bei denen Einzelpersonen oder Institutionen direkt per Mail, per Chat oder im eigenen Kommentarbereich beleidigt, bedroht oder angefeindet werden. Der gesamte Jahresbericht „Antisemitische Vorfälle in Deutschland“ soll am Mittwoch in Berlin vorgestellt werden. Der Bundesverband RIAS ist der Dachverband der gleichnamigen, bundesweit tätigen Melde- und Dokumentationsstellen. ✨ mit KI bearbeitet --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück