# Amoktat in Schongau: Ermittler prüfen Täter-Manifest Datum: 10.07.2026 19:46 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/amoktat-in-schongau-ermittler-pruefen-taeter-manifest-731394/ --- 16-Jähriger soll zwei Mädchen mit Messer angegriffen haben – Hassdokument aufgetaucht An einem Gymnasium in Schongau hat ein 16-Jähriger am Mittwoch zwei 13-jährige Mädchen mit einem Messer schwer verletzt. Der mutmaßliche Täter, ein ehemaliger Schüler der Schule, wurde von Lehrkräften und Polizeibeamten überwältigt und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Ihm wird versuchter Mord in zwei Fällen vorgeworfen. Beide Opfer befinden sich nicht mehr in Lebensgefahr, wie die Welt berichtet. Mitschüler hatten durch Erste-Hilfe-Maßnahmen möglicherweise das Leben einer der Verletzten gerettet, wie Kultusministerin Anna Stolz (Freie Wähler) gegenüber der dpa betonte. Sie bezeichnete die Helfer als „echte Helden“. Auch der Merkur und die Süddeutsche Zeitung berichten von dem schnellen Eingreifen der Schüler und Lehrer, die Druckverbände anlegten und den Täter stoppten. ## Hassmanifest mit Attentäter-Verehrung gefunden Ermittler prüfen derzeit ein 19-seitiges Dokument, das möglicherweise vom Täter stammt. Darin beschreibt sich der Verfasser als „hoffnungslosen 16-Jährigen mit viel zu viel Hass im Herzen“ und äußert sich abwertend über Muslime, Schwule, Trans-Personen und Frauen, wie die Welt und die Süddeutsche Zeitung übereinstimmend berichten. Zudem verherrlicht das Schreiben Attentäter wie den von Christchurch 2019 und den Täter des Amoklaufs an der Sandy-Hook-Grundschule in den USA. Der Spiegel hält das Manifest aufgrund biografischer Details für authentisch, während die Staatsanwaltschaft München II die Echtheit noch nicht bestätigt hat. „Derzeit liegen noch keine gesicherten Erkenntnisse vor, die für oder gegen eine Authentizität sprechen“, teilte ein Sprecher mit. Sollte das Dokument vom Täter stammen, könnte dies auf eine Nähe zur sogenannten „Attentäter-Fanszene“ hindeuten, wie Sicherheitskreise diese Internet-Subkultur bezeichnen. ### Livestream geplant und Waffe aus Darknet besorgt Zusätzlich wird geprüft, ob die Tat per Livestream übertragen werden sollte. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft bestätigte gegenüber der dpa und der Süddeutschen Zeitung erste Hinweise darauf. Auf einem inzwischen gelöschten TikTok-Account sei ein solcher Stream kurz vor der Tat angekündigt worden. Der 16-Jährige hatte nach seiner Festnahme zudem eine Pistole und Munition in einem Rucksack deponiert, den er den Ermittlern selbst zeigte. Die Waffe soll er laut eigenen Angaben im Darknet besorgt haben; ob sie aus einem 3D-Drucker stammt, ist noch unklar. Die Pistole versagte nach einem abgegebenen Schuss. Bei dem Messer handele es sich nicht um ein Haushaltsmesser, wie der Merkur berichtet. ### Tatverdächtiger bereits wegen Drohungen bekannt Der Tatverdächtige, ein kroatischer Staatsangehöriger, war den Behörden bereits vor der Tat bekannt. Gegen ihn liefen Ermittlungen wegen Bedrohungen von Mitschülern und der Verherrlichung von Amokläufen in sozialen Netzwerken, wie die dpa und der Merkur übereinstimmend melden. Haftgründe hätten in diesem früheren Verfahren jedoch nicht vorgelegen. Der 16-Jährige war zuvor zweimal befristet vom Unterricht ausgeschlossen worden und wurde schließlich von der Schule abgemeldet, wie BR24 berichtet. --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück