# Am Tag nach dem Mord in Wallenhorst sollte die Solaranlage montiert werden Datum: 13.02.2026 18:19 Kategorie: Aktuell URL: https://hasepost.de/am-tag-nach-dem-mord-in-wallenhorst-sollte-die-solaranlage-montiert-werden-683405/ --- Während Kriminaltechniker im Kiefernweg in Wallenhorst am Freitagvormittag weiter nach möglichen Tatwerkzeugen suchten, fuhr gegen 11 Uhr ein Handwerker aus dem Landkreis vor das abgesperrte Haus. Der Alltag nach einer sinnlosen Gewalttat, bei der drei Kinder ihre Mutter verloren, geht weiter. Der Auftrag des Handwerkers: die Montage eines Solardachs – der Termin war lange im Voraus geplant. Nur einen Tag zuvor war in dem Wohnhaus in der von Einfamilienhäusern geprägten ruhigen Wohngegend eine 39-jährige Frau getötet worden. Gegen 6:30 Uhr am Donnerstagmorgen war der Notruf eingegangen. Rettungskräfte versuchten noch, die schwer verletzte Mutter von drei Kindern im schulpflichtigen Alter zu reanimieren – ohne Erfolg. Eine Obduktion an der Gerichtsmedizin in Oldenburg bestätigte später ein Gewaltverbrechen. Suizid wird ausgeschlossen. Als erster soll am frühen Donnerstagmorgen ein bislang unbekannter Jogger auf die Tat aufmerksam geworden sein, den die Polizei nachdrücklich bittet sich zu melden. Am Freitagvormittag erlässt ein Haftrichter Untersuchungshaft wegen Mordverdachts gegen den 45-jährigen Ehemann der Verstorbenen. Die Frage steht im Raum: war es ein Femizid? So wie vor wenigen Monaten in Osnabrück, auch hier bleiben wieder drei Kinder zurück. ## Zwischen Spurensicherung und Handwerkertermin Am Freitag setzt sich die bereits am Vortag begonnene Arbeit der Ermittler im Kiefernweg fort. In der ansonsten ruhigen Wohnsiedlung parken die Fahrzeuge der Kriminaltechnik – stumme Hinweise auf den Schrecken am frühen Donnerstagmorgen. Beamte – teilweise in weißen Overalls – sichern Spuren und suchen gezielt nach möglichen Beweismitteln. Nachbarn blicken durch zur Seite geschobene Vorhänge. Vereinzelt fahren Autos vorbei, verringern die Geschwindigkeit. Die Fahrerinnen und Fahrer wollen sehen, wo der Mord in ihrer Gemeinde passiert ist, welche Familie es getroffen hat. Ein Kamerateam baut sich auf. Pressesprecher von Staatsanwaltschaft und Polizei geben Interviews. Gegen 11 Uhr hält ein Transporter vor dem Haus. Der Handwerker aus dem Landkreis zeigt sich sichtlich irritiert: Er ist für die Montage einer Solaranlage auf dem Dach beauftragt worden – das Haus ist jetzt ein Tatort. Von den Ereignissen hat er nichts gewusst. Statt Montagearbeiten erwarten ihn Absperrband und Ermittler in Schutzkleidung. --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück