# Alice Schwarzer stellt feministische Zeitschrift «Emma» ein Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-10-21T10:17:06+02:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-10-21T10:17:06+02:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/alice-schwarzer-stellt-feministische-zeitschrift-emma-ein-768835/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Nach 50 Jahren erscheint im Dezember die letzte Ausgabe des Magazins. Nach knapp einem halben Jahrhundert endet eine Ära des deutschen Feminismus: Die Journalistin und Frauenrechtlerin Alice Schwarzer stellt ihr Magazin «Emma» ein. Wie die «Welt» und das «ZDFheute» berichten, soll die Ausgabe vom 8. Dezember die letzte sein. Wirtschaftliche Gründe seien nicht ausschlaggebend, betonte Schwarzer gegenüber der dpa. «Sicher, auch unsere Auflage sinkt. Aber unsere Einnahmen decken immer noch die Ausgaben», erklärte sie. «Nein, wir gehen, weil wir meinen: Es reicht!» «Emma» habe über drei Generationen hinweg die Stellung gehalten und sich «gegen so manchen Unsinn im Namen des Feminismus» gewehrt, so Schwarzer. «Also gestattet: Jetzt sind wir ermattet.» ## Emma prägte feministische Debatten seit 1977 Die erste Ausgabe der «Emma» erschien am 26. Januar 1977. Schwarzer gründete das Blatt als Reaktion auf die von ihr wahrgenommene Frauenfeindlichkeit der damals dominierenden «Männermedien», wie sie selbst in einer Erklärung ausführte. Das Magazin setzte über die Jahrzehnte hinweg immer wieder gesellschaftliche Debatten in Gang, etwa zu Themen wie sexuellem Missbrauch, Genitalverstümmelung oder dem Ehegattensplitting. Laut Schwarzer war «Emma» bis zuletzt das «weltweit letzte und einzige professionelle Publikumsmagazin am Kiosk in Feministinnenhand». ### Schwarzer polarisiert mit Ukraine- und Transdebatten In den vergangenen Jahren zog Schwarzer mit ihren Positionen zu aktuellen Themen wie dem Ukraine-Krieg oder der Debatte um Transpersonen Kritik auf sich. Während sie sich seit Beginn des russischen Angriffskriegs 2022 gemeinsam mit Sahra Wagenknecht für schnelle Friedensverhandlungen einsetzte, warfen ihr Kritiker vor, sie verliere den Aggressor aus dem Blick. Bei ihrer Haltung zu Transpersonen wurde ihr von 33 Autorinnen und Künstlern 2023 «transfeindliche, rassistische und misogyne Aussagen» vorgeworfen, wie die «Frankfurter Rundschau» berichtet. Schwarzer wies diese Vorwürfe zurück und betonte, sie kritisiere nicht Transsexuelle, sondern die «neue Transideologie», die etwa den Personenstandswechsel ab dem 14. Lebensjahr fordere. ### Emma-Chefredakteurinnen scheitern an Schwarzer-Dominanz Ein Generationenwechsel an der Spitze der «Emma» scheiterte 2008, als die Journalistin Lisa Ortgies nach kurzer Zeit als Chefredakteurin wieder ging. Schwarzer erklärte in der vorletzten Ausgabe, es habe immer wieder Versuche gegeben, Nachfolgerinnen zu finden, doch viele potenzielle Kandidatinnen hätten sich für andere Medien entschieden, «da weht der Wind von außen nicht ganz so rau». ### Emmas Archiv geht ins Literaturarchiv Marbach Das vollständige Archiv der «Emma» wird in den Bestand des Deutschen Literaturarchivs Marbach aufgenommen, wie Schwarzer ankündigte. Die letzte Ausgabe soll doppelt so umfangreich sein wie sonst und eine Bilanz der «wichtigsten 50 Themen» ziehen. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück