# Aktuelle Entwicklung in Deutschland Datum: 31.07.2026 11:47 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/aktuelle-entwicklung-in-deutschland-2-737926/ --- Bundeswirtschaftsministerin fordert längere Arbeitszeit und Bürokratieabbau. Die deutsche Wirtschaft steckt weiterhin in der Krise, und Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) sieht dringenden Handlungsbedarf. In einem Video-Interview der Deutschen Presse-Agentur betonte sie, dass das im Juli beschlossene Reformpaket nur ein erster Schritt sei. „Reicht dies für die Zukunft aus? Nein, wenn wir zu selbsttragendem Wachstum kommen wollen“, sagte Reiche. Besonders die Lohnnebenkosten müssten perspektivisch gesenkt werden, auch wenn das Rentenpaket zunächst zu einem Anstieg führe. Die geplante Einkommensteuerreform glätte zwar die kalte Progression, belaste aber Leistungsträger, wie die Ministerin einräumte. wie die dpa berichtet. ## Merz und Bas wollen Rente mit 45 abschaffen Ein zentraler Streitpunkt ist die Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Versicherungsjahren, die von der Rentenkommission empfohlen wurde. Reiche lehnt diese Regelung ab und fordert eine längere Lebensarbeitszeit, um die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) wollen die Vorschläge der Kommission noch in diesem Jahr umsetzen, wie t-online.de berichtet. Doch die Ministerpräsidenten von Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen widersprechen dieser Pläne und fordern die Beibehaltung der Frührente, insbesondere für Ostdeutschland. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) unterstützt diese Haltung und betont, dass 45 Beitragsjahre für eine abschlagsfreie Rente ausreichen müssten. ### Ost-Rentner hängen stärker von gesetzlicher Rente ab Reiche zeigt sich zufrieden mit den Ergebnissen der Rentenkommission, sieht aber weiteren Reformbedarf. „Reichen die aus, um auf dauerhaftes Wachstum zu kommen? Nein“, sagte sie. Gleichzeitig warnt sie vor einer Abschichtung von Baustellen. Die Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland sind dabei deutlich: In den ostdeutschen Bundesländern entfallen 90 Prozent des Brutto-Leistungsvolumens der Alterssicherung auf die gesetzliche Rente, im Westen sind es nur 64 Prozent. Ost-Rentner verfügen seltener über zusätzliche Einkünfte oder Vermögen, wie der Alterssicherungsbericht der Bundesregierung zeigt. ### Reiche drängt auf Bürokratieabbau und Arbeitsmarktreformen Neben der Rentenreform fordert Reiche auch Fortschritte beim Bürokratieabbau und mehr Flexibilität auf dem Arbeitsmarkt. Digitalminister Karsten Wildberger (CDU) und sein Team seien zwar erfolgreich, bräuchten aber die Mitwirkung des gesamten Kabinetts, so die Ministerin. Die Bundesregierung habe turbulente Tage hinter sich, doch mit der neuen Mannschaft könne man „gut durchstarten“, betonte Reiche. Die Reformen sollen dazu beitragen, dass die Bürger wieder Optimismus für die Zukunft entwickeln. ### Wirtschaftswachstum bleibt 2026 und 2027 schwach Die wirtschaftliche Lage bleibt angespannt: Das Bruttoinlandsprodukt stieg im zweiten Quartal 2026 nur um 0,2 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Für das gesamte Jahr erwartet die Bundesregierung ein Mini-Wachstum von 0,5 Prozent, für 2027 immerhin 0,9 Prozent. Die Konjunkturprognose musste aufgrund des Iran-Kriegs und der damit verbundenen Preissprünge bei Öl und Gas nach unten korrigiert werden. Wirtschaftsverbände klagen seit langem über Standortnachteile wie hohe Energiepreise und zu viel Bürokratie, wie ad-hoc-news.de berichtet. --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück