# Aiwanger verteidigt Audi-Investition in den USA Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-10-26T19:12:08+01:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-10-26T19:12:12+01:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/aiwanger-verteidigt-audi-investition-in-den-usa-771128/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) hält die Entscheidung von Audi, Milliarden in ein US-Werk zu investieren, für alternativlos. Gleichzeitig warnt er vor weiteren Arbeitsplatzverlusten in Deutschland, falls die Rahmenbedingungen nicht verbessert werden. ## Investitionen als Notwendigkeit "Zunächst mal tut Audi jetzt dasselbe, was BMW ja schon erfolgreich getan hat – in den Märkten auch zu produzieren, wo man verkaufen will. Und ehrlich gesagt bleibt Audi gar nichts anderes übrig, wenn die Amerikaner sagen, dass die Importzölle immer höher werden", sagte Aiwanger dem Fernsehsender "Welt". Für ihn sei wichtig, "auch Richtung Deutschland, dass dieser Automobilkonzern stabilisiert wird. Und da wird dieser Schritt leider Gottes alternativlos sein. Ich würde mir natürlich wünschen, dass die Werke in Deutschland, in Bayern genauso gestärkt würden. Aber dazu muss die Bundespolitik, muss Europa erst die Rahmenbedingungen verbessern", so der bayerische Wirtschaftsminister weiter. ### Forderungen an Politik und Wirtschaft Um Jobs in Deutschland zu sichern, müssten "wir natürlich unsere Hausaufgaben machen", forderte Aiwanger. Energiepreise, Steuern und Vorschriften müssten sinken, sonst nehme die Verlagerung von Arbeitsplätzen zu. Konkret nannte er: "Unternehmenssteuern: maximal 25 Prozent. Dann muss die CO2-Bepreisung weg. Es muss das Verbrennerverbot endlich aufgehoben werden. Wir brauchen auch die Arbeitszeit, Flexibilisierung und eben Energiepreise, die deutlich günstiger sind. Wir sind derzeit international nicht mehr wettbewerbsfähig." ### Quersubventionierung und weltpolitische Lage Investitionen im Ausland sichern aus Aiwangers Sicht vielfach Jobs in Deutschland, weil die mit Gewinnen aus dem Auslandsgeschäft quersubventioniert würden. Das sei nicht nur bei Audi der Fall, sondern "bis hinunter zum Mittelständler, dass die aus bayerischer Sicht oft in Osteuropa investieren, in Tschechien und so weiter, und damit ihre Gesamtbilanz eben ausgleichen und an anderen Standorten günstiger produzieren, um ihre Hauptwerke im teuren Deutschland überhaupt quersubventionieren zu können", so Aiwanger. Er sei nicht überzeugt, dass es VW und Audi auf Dauer besser ginge, wenn sie nicht in den USA investierten, "sondern sie sind dazu genötigt, auch aufgrund der weltpolitischen Lage." Die Kritik am gemeinsamen Auftritt von Audi-Chef Gernot Döllner und US-Präsident Donald Trump hält Aiwanger für übertrieben. “Die Kritik ist immer leicht ausgesprochen. Aber es ist ja in Deutschland nicht anders. Wenn hier Werke eröffnet werden, auch zu Wahlkampfzeiten, stellen sich auch die Politiker daneben hin”, sagte der bayerische Wirtschaftsminister dem Fernsehsender “Welt”. So sei das weltweit Usus, “eben auch hier bei aller Kritik”, dass man vielleicht sage, “Wäre das nötig gewesen?”, so Aiwanger. Aber er habe es “mit Sicherheit nicht aus Spaß und Tollerei gemacht.” --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück