Der Verwaltungsratschef von Airbus, René Obermann, dringt auf die Einführung einer allgemeinen Dienstpflicht in Deutschland. Angesichts eines aus seiner Sicht zu langsamen Wachstums der Bundeswehr und der sicherheitspolitischen Lage in Europa mahnt er zur Eile. Russland bereite sich militärisch vor und könnte Europa mit überraschenden Angriffen konfrontieren, warnte er im Magazin "Focus".
Obermann fordert allgemeine Dienstpflicht
Verwaltungsratschef von Airbus René Obermann sieht die Entwicklung der Bundeswehr als unzureichend an und fordert eine grundlegende Neuausrichtung. Das Wachstum der Truppe komme nicht schnell genug voran, sagte der Manager dem „Focus“. „Die Zeit drängt.“
Obermann verwies auf den bisherigen Personalzuwachs bei den Streitkräften seit Anfang 2026. „Natürlich brauchen wir mehr Soldaten“, erklärte er. Der Netto-Aufwuchs seien circa 1.500 Soldaten seit Anfang 2026 gewesen.
Sorge vor russischen Aktivitäten an der Ostflanke
Mit Blick auf Russland zeichnete Obermann ein alarmierendes Bild. Russland bereite sich an der Ostflanke vor und werde wohl die Nadelstiche gegen Europa verstärken, bevor es größer attackiere, sagte er dem „Focus“. Satellitenbild-Analysen zeigten demnach den stetigen Aufwuchs der logistischen und militärischen Kapazitäten. „Sie werden vermutlich versuchen, uns im Westen bei Timing und der Form der Angriffe zu überraschen“, so Obermann.
"Dienstpflicht" statt Wehrpflicht
Obermann plädierte dafür, den Begriff der Wehrpflicht zu erweitern. Er wolle nicht von „Wehrpflicht“ allein sprechen, sondern es „Dienstpflicht“ nennen, weil man auch im Zivilbereich die Resilienz stärken müsse. Diese Pflicht müsse aus seiner Sicht für Männer und Frauen gelten. „Das geht gar nicht anders“, sagte Obermann im „Focus“. „Wir müssen wirklich alles für die Prävention tun.“
