# Afghanen klagen gegen gestrichene Aufnahmezusagen der Bundesregierung Datum: 13.04.2026 00:39 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/afghanen-klagen-gegen-gestrichene-aufnahmezusagen-der-bundesregierung-702175/ --- Hunderte Afghanen wehren sich juristisch gegen den Entzug ihrer Aufnahmezusagen durch die Bundesregierung. Nach Angaben der Organisation Kabul Luftbrücke sind zahlreiche Verfahren an Verwaltungs- und Oberverwaltungsgerichten anhängig, zudem werden Verfassungsbeschwerden vorbereitet. Gleichzeitig harren weiterhin viele Afghanen in Pakistan aus, während nur wenige das Rückkehrangebot der Bundesregierung angenommen haben. ## Hunderte Verfahren vor Verwaltungs- und Verfassungsgerichten Nach Angaben von Eva Beyer, Sprecherin der Organisation Kabul Luftbrücke, liegen derzeit „rund 180 Verfahren bei den Verwaltungs- oder Oberverwaltungsgerichten in Berlin und Ansbach“, wie sie dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (RND) sagte. „Zusätzlich sind 18 Verfassungsbeschwerden in Vorbereitung“, so Beyer weiter laut RND. Kabul Luftbrücke koordiniert den Angaben zufolge die juristischen Bemühungen. Eine Klage umfasse meist eine Familie, im Schnitt rund fünf Personen pro Fall. Damit sind von den rechtlichen Schritten deutlich mehr Menschen betroffen, als die Zahl der anhängigen Verfahren zunächst vermuten lässt. ### Afghanen in Pakistan und Abschiebungen nach Afghanistan Weiterhin harrten nach Angaben von Kabul Luftbrücke 875 Afghanen aus den verschiedenen deutschen Aufnahmeprogrammen in Pakistan aus. Hinzu kämen 55 Personen, die im vergangenen Sommer von Pakistan nach Afghanistan abgeschoben wurden. „Wir schätzen, dass mindestens 90 Prozent der Menschen Klageverfahren anhängig gemacht haben, vermutlich mehr“, erklärte Beyer dem RND. Dem gegenüber stünden bisher erst 126 Menschen, die nach Afghanistan zurückgekehrt seien, nachdem sie das Angebot der Bundesregierung angenommen hätten, gegen Geld auf eine Aufnahme in Deutschland zu verzichten. ### Kritik der Grünen an der Bundesregierung Von den Grünen kam scharfe Kritik an der Bundesregierung aus Union und SPD, die afghanischen Staatsangehörigen in Pakistan Fristen zum Auszug aus den Gästehäusern gesetzt hat. „Es ist absolut inakzeptabel, dass die Bundesregierung weiterhin afghanische Staatsangehörige aus deutschen Aufnahmeprogrammen in Pakistan im Stich lässt“, sagte der innenpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Marcel Emmerich, dem RND. „Noch bevor das Bundesverfassungsgericht eine Grundsatzentscheidung getroffen hat, sollen diese Menschen nach dem Willen der Bundesregierung in wenigen Tagen sämtliche Unterstützung verlieren“, erklärte Emmerich laut RND. ✨ mit KI bearbeitet --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück