# AfD will EU und Euro reformieren statt austreten Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-10-05T11:32:05+02:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-10-05T11:32:09+02:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/afd-will-eu-und-euro-reformieren-statt-austreten-763244/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Die AfD gibt ihre Forderung nach einem sofortigen deutschen Austritt aus dem Eurosystem auf. Stattdessen setzt die Partei in einem neuen Strategiepapier auf einen grundlegenden Umbau von EU und Währungsunion. Bei Scheitern der Reformen soll die Bevölkerung über den künftigen Weg entscheiden. ## Reformen statt Austritt In dem Papier wirbt die AfD für eine Neuordnung der EU zu einem "Bund souveräner Nationen" und für umfassende Reformen der Gemeinschaftswährung. Das Dokument wurde laut Bericht am 29. September bei einem Treffen von Abgeordneten aus Europaparlament, Bundestag und Landtagen beraten. Die bestehende Euro-Konstruktion wird als Fehlentwicklung kritisiert. Die Währungsunion habe "faktisch zu einer Schulden- und Haftungsunion durch die Hintertür geführt". Gefordert werden ein Ende der "indirekten EZB-Staatsfinanzierung", der Ausgleich der TARGET-Salden sowie eine Insolvenzordnung für Mitgliedstaaten. Ziel sei es, den Euro "auf ein tragfähiges Fundament aus Eigenverantwortung und Haftung zu stellen". ### Mehr Kompetenzen für Nationalstaaten Die Partei plädiert für eine Rückverlagerung von Zuständigkeiten auf die Nationalstaaten. Die EU solle sich vor allem auf den "wirksamen Schutz der europäischen Außengrenzen, den gemeinsamen Binnenmarkt, die grenzüberschreitende Bekämpfung von Kriminalität sowie die Zusammenarbeit und Koordination in Fragen der Sicherheitspolitik" konzentrieren. Zudem werden nationale Ausnahmeregelungen in der Migrations-, Sozial- und Finanzpolitik gefordert. ### Institutionelle Änderungen vorgeschlagen Die AfD spricht sich dafür aus, die Direktwahl des Europäischen Parlaments abzuschaffen. Stattdessen sollen die Abgeordneten aus den nationalen Parlamenten entsandt werden. Im Papier heißt es laut "Bild": "Jede nationale Volksvertretung wählt ihre Delegierten entsprechend der Mehrheitsverhältnisse im eigenen Land und trägt damit demokratische Legitimation unmittelbar in die europäische Gremienarbeit." René Aust, Präsident der ESN-Fraktion, deren Teil die AfD im EU-Parlament ist, sagte der „Bild“: „Wir zeigen mit dem Positionspapier, dass wir eine europafreundliche Partei sind. Wir wollen mit unseren Nachbarn zusammenarbeiten.“ --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück