# Abschiebungen scheitern in Bundesländern sehr unterschiedlich Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-10-05T08:42:05+02:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-10-05T08:42:09+02:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/abschiebungen-scheitern-in-bundeslaendern-sehr-unterschiedlich-763168/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Die Bundesländer setzen Abschiebungen von Ausreisepflichtigen offenbar sehr unterschiedlich um. Während einige Länder viele Rückführungen durchführen, scheitern sie in anderen besonders häufig. Gleichzeitig sinkt die Zahl der Haftplätze bundesweit. ## Große Unterschiede bei gescheiterten Abschiebungen Im ersten Halbjahr 2026 wurden in Berlin 564 Menschen abgeschoben, doch 4.538 Abschiebungen scheiterten. In Baden-Württemberg standen 1.405 erfolgreichen Rückführungen 1.834 gescheiterte gegenüber. Gründe für das Scheitern können sein, dass Betroffene nicht angetroffen werden oder erforderliche Dokumente fehlen. Bundesweit wurden laut Bundesinnenministerium in diesem Zeitraum 9.663 Menschen abgeschoben. Nordrhein-Westfalen führte mit 1.931 Abschiebungen die meisten durch, während Bremen nur 51 verzeichnete. ### Verhältnis zu Ausreisepflichtigen und Haftplatzmangel Auch im Verhältnis zur Zahl der Ausreisepflichtigen zeigen sich Unterschiede. In Hessen lebten zum Stichtag 31. Dezember 2025 insgesamt 13.405 Ausreisepflichtige, im ersten Halbjahr 2026 wurden dort 914 Menschen abgeschoben. In Brandenburg standen zum selben Stichtag 8.567 Ausreisepflichtigen lediglich 73 Abschiebungen gegenüber. Die Zahl der Plätze für Abschiebungshaft und Ausreisegewahrsam ist rückläufig. Nach Angaben des Ministeriums waren Ende Juni 2026 bundesweit 758 Plätze verfügbar, nach 810 Ende Dezember 2025. Bayern verfügte mit 260 Plätzen über die höchste Kapazität, während einige Länder weiterhin keine eigenen Einrichtungen unterhalten. ### Nachfrage übersteigt Angebot deutlich Im ersten Halbjahr 2026 fragten Länder und Bundespolizei beim gemeinsamen Zentrum zur Unterstützung der Rückkehr in 640 Fällen die Vermittlung eines Haft- oder Gewahrsamsplatzes an. Nur in 153 Fällen konnte ein Platz vermittelt werden. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück