Die Linke setzt im Landtagswahlkampf in Baden-Württemberg verstärkt auf Wähler mit Migrationshintergrund und spricht diese gezielt in deren Muttersprache an. Parteivorsitzender Jan van Aken hat dafür Grußformeln und kurze Botschaften in mehreren Sprachen eingeübt, die in Videoclips über soziale Medien verbreitet werden sollen. Hintergrund ist nach Angaben der Partei das Gefühl vieler Menschen mit Migrationsgeschichte, von der Politik nicht ausreichend wahrgenommen zu werden.
Videobotschaften in fünf Sprachen
Wie die „Bild“ (Freitagsausgabe) berichtet, hat Jan van Aken, Parteivorsitzender der Linken, Grußformeln und kurze Botschaften auf Türkisch, Italienisch, Griechisch, Bosnisch und Arabisch eingeübt und dafür auch mit einem Sprachcoach gearbeitet. Demzufolge sollen entsprechende Videoclips schrittweise über soziale Medien veröffentlicht werden.
Ein erstes Video ist am Dienstag auf Instagram erschienen, in dem van Aken auf Italienisch unter anderem für bezahlbare Mieten wirbt und zur Wahl der Linken bei der Landtagswahl am 8. März aufruft.
„Krasser Türöffner in die Herzen vieler Menschen“
Hintergrund ist nach Angaben der Partei die gezielte Ansprache von Menschen mit Migrationsgeschichte. Jan van Aken, Parteivorsitzender der Linken, sagte der Zeitung „Bild“: „Wir haben bei vielen Gesprächen – unter anderem an den Haustüren – festgestellt, dass viele von den Menschen mit Migrationsgeschichte sich selbst nach Jahrzehnten von der Politik nicht gesehen fühlen. Ein `Hallo` auf Türkisch oder ein `Lassen Sie uns in Kontakt bleiben` auf Italienisch ist ein krasser Türöffner in die Herzen vieler Menschen, die eigentlich mit Politik nichts mehr zu tun haben wollen oder auch keine großen Erwartungen mehr haben.“ Zudem habe es mit Respekt zu tun, potenzielle Wähler in ihrer Muttersprache anzusprechen.
Umfragewerte und Zielgruppen
In den landesweiten Umfragen liegt die Partei derzeit bei rund sieben Prozent und damit über der Fünf-Prozent-Hürde. Nach einem aktuellen Insa-Meinungstrend kommt die Linke bei Befragten mit Migrationshintergrund auf zwölf Prozent, bei Befragten ohne Migrationshintergrund auf zehn Prozent.
✨ mit KI bearbeitet