# 43,8 Prozent für die AfD – CDU stürzt auf 17,2 Prozent ab Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-09-07T14:16:53+02:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-09-07T14:16:53+02:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/438-prozent-fuer-die-afd-cdu-stuerzt-auf-172-prozent-ab-752775/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- 43,8 Prozent für die AfD – CDU stürzt auf 17,2 Prozent ab Die AfD hat die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt mit einem historischen Ergebnis gewonnen. Laut vorläufigem Endergebnis erreichte die Partei 43,8 Prozent der Stimmen und verdoppelte damit ihr Ergebnis von 2021, wie die Tagesschau und der MDR übereinstimmend berichten. Damit verfehlte sie jedoch knapp die absolute Mehrheit im Landtag, die bei 42 Sitzen liegt. Die AfD kommt auf 39 Mandate, während die CDU mit 17,2 Prozent und 15 Sitzen ihr schlechtestes Ergebnis in Sachsen-Anhalt einfuhr. Die FDP scheiterte mit 2,6 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde, während das neu angetretene BSW mit 5,3 Prozent knapp den Einzug schaffte und fünf Sitze erhielt. SPD, Grüne und Linke kommen jeweils auf acht Mandate. Die Wahlbeteiligung lag bei Rekordwert von 77,8 Prozent, wie die Tagesschau meldet. ## AfD dominiert in 38 von 41 Wahlkreisen Besonders auffällig ist das Ergebnis in den Wahlkreisen: In 38 von 41 Direktmandaten setzte sich die AfD durch, wie der MDR analysiert. Im Wahlkreis Eisleben erreichte ihr Kandidat Kretschmann sogar 55,63 Prozent. In allen 218 Gemeinden des Landes wurde die AfD stärkste Kraft bei den Zweitstimmen. Besonders stark schnitt sie in ländlichen Regionen wie dem Landkreis Mansfeld-Südharz ab, wo sie über 50 Prozent der Stimmen holte. Auch in den Großstädten Magdeburg und Halle lag die AfD mit rund 30 Prozent klar vorne. Die CDU verlor dagegen in fast allen Regionen deutlich an Boden, selbst in ihren ehemaligen Hochburgen wie dem Landkreis Wittenberg, wo sie nur noch 20,3 Prozent erreichte. ### Regierungsbildung blockiert durch parteiliche Fronten Die Regierungsbildung gestaltet sich nun als schwierig. Die AfD hatte stets betont, am liebsten allein regieren zu wollen, doch ohne absolute Mehrheit ist sie auf Unterstützung angewiesen. CDU, SPD, Grüne und Linke schlossen eine Zusammenarbeit mit der AfD bereits im Vorfeld aus. Das BSW signalisierte zwar Gesprächsbereitschaft, lehnt aber sowohl den amtierenden Ministerpräsidenten Sven Schulze (CDU) als auch den AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund als Regierungschef ab. Siegmund selbst lehnte den Vorschlag des BSW für einen überparteilichen Ministerpräsidenten im ZDF als „Gewurschtel“ ab und schloss weitgehende Kompromisse aus. Bundessprecher Tino Chrupalla zeigte sich dagegen etwas offener und schloss eine Tolerierung durch das BSW nicht aus, wie die Tagesschau berichtet. ### Gedenkstätten warnen vor AfD-Regierung in Thüringen Die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora warnte unterdessen vor den Folgen einer möglichen AfD-Regierung. Diese könnte als erste rechtsextrem eingestufte Partei in der Geschichte der Bundesrepublik ein Bundesland regieren, wie die Tagesschau betont. Die Stiftung fürchtet, dass die AfD ihre geschichtspolitischen Ziele, wie die Ablehnung der Auseinandersetzung mit NS-Verbrechen, in die Tat umsetzen könnte. Sie forderte Bund und Länder auf, Gedenkstätten und Einrichtungen der historisch-politischen Bildung rechtlich abzusichern, um deren Unabhängigkeit zu schützen. ### AfD führt in allen Altersgruppen und bei Männern Die Wahlanalyse des MDR zeigt zudem, dass die AfD in allen Altersgruppen und bei beiden Geschlechtern stärkste Kraft wurde. Besonders hoch war ihr Stimmenanteil bei Männern (50 Prozent) und in der Altersgruppe der 18- bis 59-Jährigen (49 Prozent). Lediglich bei den über 70-Jährigen (31 Prozent) und bei Frauen (39 Prozent) schnitt die Partei schwächer ab. Das BSW hingegen erreichte in fast allen Wählergruppen etwa fünf Prozent, mit Ausnahme der Selbstständigen. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück