# 14 Monate Vollsperrung Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-10-02T08:47:16+02:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-10-02T08:47:16+02:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/14-monate-vollsperrung-762231/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Fernzüge umgeleitet, Fahrzeiten länger – was Pendler jetzt wissen müssen Seit dem frühen Morgen ist die wichtige Ost-West-Verbindung zwischen Berlin und Hannover für den Zugverkehr gesperrt. Die Deutsche Bahn saniert die rund 230 Kilometer lange Strecke für voraussichtlich 14 Monate bis Dezember 2027, wie der Spiegel und t-online berichten. Alle Fernzüge müssen während dieser Zeit über Braunschweig und Magdeburg umgeleitet werden, da die parallel verlaufende Lehrter Stammbahn nicht rechtzeitig elektrifiziert wird. Ursprünglich sollte diese Alternativroute bereits ab Dezember 2026 zur Verfügung stehen, doch die Bauarbeiten verzögern sich erheblich. ## Berlin-Hannover: 80 Minuten länger unterwegs Die Umleitung verlängert die Fahrzeit zwischen Berlin und Hannover um rund 80 Minuten auf etwa drei Stunden. Auch Verbindungen in Richtung Nordrhein-Westfalen, etwa nach Düsseldorf, sind betroffen und dauern nun mindestens fünfeinhalb Stunden. Pro Richtung verkehren im Zwei-Stunden-Takt jeweils drei Fernzüge. Im Nahverkehr gibt es ebenfalls Einschränkungen: Pendler in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt müssen auf Ersatzbusse ausweichen, etwa zwischen Nauen und Stendal über Wittenberge. Bahnhöfe wie Rathenow oder Wolfsburg werden vorerst nicht mehr von Fernzügen bedient, während Magdeburg drei zusätzliche ICE-Verbindungen erhält. ### Bahn tauscht tausende Tonnen Betonplatten aus Die Bahn plant, während der Sperrung Hunderte Kilometer Weichen, Gleise und Oberleitungen auszutauschen sowie über zwei Dutzend Bahnhöfe zu modernisieren. Ein zentraler Punkt ist die Erneuerung von mehr als 50 Kilometern Betonfahrbahn rund um Stendal, wie t-online und die Welt erklären. Zehntausende Tonnen Betonplatten müssen dafür entfernt und neu verlegt werden. Die lange Dauer der Sperrung begründet die Bahn damit, dass diese Arbeiten nur bei einer Vollsperrung effizient umgesetzt werden können. ### Digitalisierung der Strecke hinkt hinterher Kritik gibt es an der mangelnden Digitalisierung der Strecke. Lediglich sechs von 25 Stellwerken werden für das digitale Zugleitsystem ETCS vorbereitet, die restlichen erst in den 2030er Jahren, wie das Handelsblatt und der Spiegel berichten. Der Wettbewerberverband Die Güterbahnen bemängelt zudem, dass die Umleitungen für Güterzüge oft noch längere Wege bedeuten und schlecht abgestimmt seien. Auch aus dem Verkehrsministerium gab es zuletzt Kritik an Verzögerungen und Problemen bei anderen Generalsanierungen, etwa auf der Strecke Hamburg-Berlin. ### Generalsanierung soll Bahnverkehr langfristig verbessern Die Sanierung ist Teil der sogenannten Generalsanierungen der Deutschen Bahn, mit denen bis in die 2030er Jahre hinein über 40 vielbefahrene Korridore modernisiert werden sollen. Bahn und Bund hoffen, dass sich dadurch die Qualität des Bahnverkehrs langfristig verbessert. Bei früheren Sanierungen wie der Riedbahn oder der Strecke Hamburg-Berlin dauerten die Arbeiten jedoch nur etwa ein halbes Jahr, während die aktuelle Sperrung mehr als doppelt so lange andauert. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück